Philosophie / Historie
Fünfzig Jahre Innovationen im Research für die Finanzmärkte sind zu einem zentralen Grundsatz geworden, der den Anlageansatz von Dimensional leitet. Heutzutage gelten Berechnungen von Renditen und die Verfügbarkeit umfassender Vergleichssysteme für professionell verwaltete Fonds als Selbstverständlichkeit. Vor den 1960er Jahren gab es jedoch weder eine allgemein akzeptierte Methode der Gesamtrenditeberechnung noch die Möglichkeit, die Renditen verschiedener Fonds zu vergleichen. Das hat sich mit dem Einsatz von Computern und der umfassenden Sammlung von Daten sowohl von Anlagefonds als auch von einzelnen Aktien und Anleihen geändert.

Ausführliche wirtschaftswissenschaftliche Untersuchungen seit dieser Gründerzeit führten zur Entwicklung von Bewertungsmodellen für Anlagen. Sie bewerten das Risiko-Rendite-Verhältnis von Wertpapieren und Portfolios. Die Untersuchungen mündeten ferner in eine Theorie der Markteffizienz, nach der überdurchschnittliche Renditen nur auf Kosten eines überdurchschnittlichen Risikos möglich sind. Studien, die das Versagen aktiver Manager belegen, die Marktperformance zu übertreffen, ließen in den frühen 1970er Jahren passiv verwaltete Indexfonds aufkommen, welche den Kapitalmärkten vertrauen, Anlagerenditen zu verschaffen.

Weitere Forschungen und Datenreihen über mehrere Jahrzehnte führten zur Identifikation der multiplen Aktienklassen- und Risikodimensionen, welche die Grundlage der Strategien von Dimensional bilden.
Geschichte der Wirtschaftswissenschaften

1950

Allgemeine Weisheit um 1950

„Wenn du erst einmal die nötige Kompetenz erlangst, ist Diversifizierung nicht wünschenswert. Ein oder zwei oder höchstens drei oder vier Wertpapiertitel sollten gekauft werden. Fähige Investoren werden niemals zufrieden sein, den Durchschnitt um bloß ein paar Prozentpunkte zu überbieten."

Gerald M. Loeb
The Battle for Investment Survival, 1935

Analysiere einen Wertpapiertitel nach dem anderen. Ziele auf die Auswahl der Gewinner ab. Konzentriere Positionen, um die Renditen zu maximieren.

Breite Diversifizierung ist unerwünscht.

1958

Die Rolle der Aktien

James Tobin
Nobelpreis in Wirtschaftswissenschaften im Jahr 1981

Separationstheorem:
1. Bilde Portfolios risikoreicher Anlagen.
2. Steuere das Risiko durch Kreditvergabe und -aufnahme.

Verschiebe den Schwerpunkt von der Wertpapierauswahl auf die Portfoliostruktur.

„Liquidity Preference as Behavior Toward Risk", Review of Economic Studies,
Februar 1958.

1950

1952

Diversifikation und Portfoliorisiko

Harry Markowitz
Nobelpreis in Wirtschaftswissenschaften im Jahr 1990

Diversifizierung verringert das Risiko.

Anlagen werden nicht nach individuellen Merkmalen bewertet, sondern nach Maßgabe ihres Einflusses auf ein Portfolio. Für eine gegebene Standardabweichung kann ein optimales Portfolio zur Maximierung der Rendite aufgebaut werden.

1961

Kapitalanlagen und Kapitalstruktur

Merton Miller und Franco Modigliani
Nobelpreise in Wirtschaftswissenschaften in den Jahren 1985 und 1990

Theorem über Unternehmensfinanzen und Renditen.

Der Wert eines Unternehmens hängt nicht von seiner Dividendenpolitik ab.

Die Dividendenpolitik ist ein unzuverlässiges Kriterium für die Aktienauswahl.

1965

Das Verhalten der Wertpapierkurse

Paul Samuelson, MIT
Nobelpreis in Wirtschaftswissenschaften im Jahr 1970

Der Marktpreis ist die beste Einschätzung des Wertes.

Kursschwankungen folgen Zufallsmustern. Aktienkurse sind nicht vorhersagbar.

„Beweis, dass korrekt antizipierte Kurse zufallsmäßig schwanken" (Random-Walk-Hypothese),
Industrial Management Review,
Frühjahr 1965

1968

Erste umfassende Studie zur Performance von Fondsmanagern

Michael Jensen, 1965;
A.G. Becker Corporation, 1968

Erste Studien über Anlagefonds (Jensen) und über institutionelle Anlagepläne (A.G. Becker Corp.) lassen darauf schließen, dass aktive Fondsmanager eine schlechtere Performance erzielen als Indizes.

Becker Corporation veranlasst die Vermögensberatungsbranche zur Einrichtung von „Green Book"-Performancetabellen, in denen die Ergebnisse mit Benchmarks verglichen werden.

1960

1964

Einfaktormodell der Anlagenbewertung nach Risiko-Rendite-Verhältnis

William Sharpe
Nobelpreis in Wirtschaftswissenschaften im Jahr 1990

Kapitalwert-Preismodell:

Das theoretische Modell definiert das Risiko als Volatilität gegenüber dem Markt.

Die Kapitalkosten einer Aktie (d.h. die erwartete Anlagerendite) sind proportional dem mit der Aktie verbundenen Risiko im Vergleich zum gesamten Aktienmarkt.

Theoretisches Modell der Bewertung des Risikos und der erwarteten Rendite für Wertpapiere und Portfolios.

1966

Markteffizienztheorie

Eugene F. Fama,
University of Chicago

Umfassende Untersuchungen zu Aktienkursmustern.

Entwicklung der Markteffizienztheorie (Efficient Markets Hypothesis), die behauptet, dass Preise und Werte Informationen genau und schnell widerspiegeln. Es ist schwierig, wenn nicht unmöglich, höhere Renditen als die Marktrenditen zu erzielen, ohne höhere Risiken als die marktdurchschnittlichen Risiken einzugehen.

Investoren können mittels fundamentaler Informationen oder Kursmustern keine Aktien identifizieren, die einen höheren als den Marktwert hätten.

1971

Die Geburt der Indexfonds

John McQuown,
Wells Fargo Bank, 1971;
Rex Sinquefield,
American National Bank, 1973

Banken legen die ersten passiven S&P 500 Index Fonds auf. Einige Jahre später ist Sinquefield zweiter Vorsitzender von Dimensional und McQuown ist Vorstandsmitglied..

1975

Ein erster großer institutioneller Kunde entscheidet sich für Indexing

New York Telephone Company investiert 40 Millionen USD in einen S&P 500 Index Fonds.

Erster großer Anlageplan bindet sich an Index.

Starthilfe für die Ära indexgebundener Anlagen.

„Fondssprecher betonen gern, dass man keine Marktdurchschnitte kaufen kann. Es ist Zeit, dass die Öffentlichkeit eben dies können soll."

Burton G. Malkiel,
A Random Walk Down Wall Street, 1973 ed.







1970

1972

Optionspreismodell

Fischer Black,
University of Chicago;
Myron Scholes
University of Chicago;
Robert Merton
Harvard University;
Nobelpreis in Wirtschaftswissenschaften im Jahr 1997

Die Entwicklung des Optionspreismodells ermöglicht neue Arten der Segmentierung, Quantifizierung und Steuerung des Risikos.

Das Modell stellt zugleich einen Anreiz zur Entwicklung eines Marktes für alternative Anlageinstrumente dar.

1977

Datenbank von Wertpapierkursen seit 1926

Roger Ibbotson and Rex Sinquefield,
Stocks, Bonds, Bills, and Inflation

Erstmals wird eine umfassende Datenbank von Renditen vieler Anlageklassen aufgebaut, die sich zu einer der am meisten genutzten Anlagedatenbanken entwickeln wird.

Diese erste extensive empirische Basis für Entscheidungen hinsichtlich der Portfoliozusammensetzung ändert die Art und Weise, wie Investoren ihre Portfolios gestalten.

1981

Der Größeneffekt

Rolf Banz,
University of Chicago

Analyse von NYSE-Aktien zwischen 1926 und 1975.

Langfristig haben Nebenwerte eine höhere Renditeerwartung als Standardwerte und verhalten sich in anderer Weise.

Dimensional Fund Advisors wird 1981 gegründet. Das Unternehmen legt den ersten passiv verwalteten Nebenwertefonds auf.

1986

Internationaler Größeneffekt

Dimensional Fund Advisors
Internationale Small Cap Strategien

Dimensional Investments versus Indexbindung:

Ohne Referenzindex schafft Dimensional internationale Nebenwertestrategien gemäß dem auf die USA bezogenen Research.

Die aktuellen Renditen von Dimensional werden in der Datenbank von Ibbotson Associates als Index verwendet.

Die Anlagen von Dimensional beruhen auf einer rationalen Risikodimension und folgen nicht sklavisch Indizes oder Investmentkonventionen.

1980

1983

Umsetzung einer Strategie variabler Laufzeiten

Dimensional Fund Advisors
One-Year Fixed Income Strategie

Ohne Prognosen zur Zinsentwicklung entwickelt Eugene Fama eine Methode der Laufzeitenumschichtung, welche die optimale Positionierung in der Zinsstrukturkurve identifiziert.

1990

Nobelpreise würdigen moderne Finanzwissenschaft

Wirtschaftswissenschaftler, die für unsere Art des Investierens den Grundstein legten, werden mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Damit wird die Bedeutung der modernen Finanzwissenschaft unterstrichen.

William Sharpe für sein Kapitalwert-Preismodell (Capital Asset Pricing Model).

Harry Markowitz für seine Portfoliotheorie.

Merton Miller für seine Arbeit zur Auswirkung der Kapitalstruktur von Unternehmen und ihrer Dividendenpolitik auf die Aktienkurse.

1999

Steuermanagement

Umsetzung von Steuermanagement-Strategien von Dimensional, um die Nachsteuerrenditen zu maximieren, indem Gewinne ausgeglichen und Dividenden minimiert werden.

Handelstechnik auf der Grundlage der Forschung von Fama/French und dem „Portfolio-Entscheidungssystem" von Dimensional.



1990

1992

Multifaktor-Anlagepreismodell und „Value"-Effekt

Eugene Fama and
Kenneth French
University of Chicago

Verbesserung des Einfaktor-Anlagepreismodell (CAPM).

Identifiziert Markt-, Größen- und „Value"-Faktoren in Renditen.

Entwicklung des Drei-Faktoren-Anlagepreismodells, eines unschätzbaren Werkzeugs der Portfoliozusammensetzung und Portfolioanalyse.

Dimensional führt auf der Forschung beruhende „Value"-Strategien ein.

Vergleichbare Forschungsergebnisse weltweit.

2004

Applied Core Equity

Die Methode des Portfolioaufbaus von Dimensional gewichtet Wertpapiere nach Größe- und „Value"-Merkmalen anstatt nach der Marktkapitalisierung.

Einführung von Gesamtmarktstrategien für ein effizientes, diversifiziertes Risikofaktor-Engagement bei gleichzeitiger Begrenzung der Umschichtungs- und Transaktionskosten.

Core Equity Portfolios gehen über die traditionelle, komponentenbasierte Anlageverteilung durch die sehr weitgehende Diversifizierung und die kosteneffiziente Marktabdeckung hinaus.

2000
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